Der MOTTEK Produktberater für Kettenräder
Ein Kettenrad muss in vier Punkten exakt zur vorhandenen Rollenkette und zur Anwendung passen: Teilung, Zähnezahl, Bohrung und Werkstoff. Sitzt auch nur einer dieser Werte falsch, läuft die Kette unruhig, springt über oder verschleißt vorzeitig. Die folgenden Schritte führen Sie sicher zum passenden Kettenrad.
Schritt 1: Teilung und Kettenreihe bestimmen
Das Kettenrad muss exakt die gleiche Teilung und Reihenzahl (Einfach, Duplex, Triplex) haben wie die verwendete Rollenkette. Die Teilung ist auf dem alten Kettenrad meist eingraviert oder aufgedruckt, etwa als "08B-1" (Teilung 12,7 mm, einreihig, nach DIN 8187) oder "10A-2" (Teilung 15,875 mm, zweireihig, nach DIN 8188 / ASA). Wenn Sie die Kette bereits bestimmt haben, übernehmen Sie deren Bezeichnung direkt für das Kettenrad.
Schritt 2: Zähnezahl und Teilkreisdurchmesser bestimmen
Beim 1:1-Austausch übernehmen Sie einfach die Zähnezahl des alten Rads, meist ebenfalls eingraviert. Bei einer Neuauslegung oder einer gewünschten Übersetzung berechnen Sie die Zähnezahl des zweiten Rads über das Verhältnis der Drehzahlen:
z2 = z1 × (n1 / n2)
Dabei ist z die Zähnezahl und n die Drehzahl der jeweiligen Welle. Der Teilkreisdurchmesser d, auf dem sich die Kettenbolzen abwälzen, ergibt sich aus Teilung t und Zähnezahl z:
d = t / sin(180° / z)
Achtung bei kleinen Zähnezahlen: Unter etwa 17 bis 19 Zähnen macht sich der sogenannte Polygoneffekt bemerkbar. Die Kette läuft dann nicht mehr gleichmäßig rund um das Rad, sondern in kleinen Facetten, was zu Vibration, Geräusch und erhöhtem Verschleiß bei höheren Drehzahlen führt. Für ruhig laufende Antriebe planen Sie nach Möglichkeit mit mehr Zähnen.
Teilkreisdurchmesser und Teilung am Kettenrad
Schritt 3: Bohrung und Nabenausführung wählen
MOTTEK liefert Kettenräder in drei Ausführungen:
- Vorgebohrt / roh: Zum individuellen Aufbohren auf den benötigten Wellendurchmesser, inklusive Passfedernut und Fixierung nach Bedarf. Diese Bearbeitung übernehmen wir für Sie.
- Für Taperbuchse: Ermöglicht die schnelle Montage auf unterschiedlichen Wellendurchmessern ohne aufwendige Nabenbearbeitung. Besonders praktisch, wenn mehrere Wellendurchmesser im Einsatz sind oder das Rad häufiger versetzt werden soll.
- Einbaufertig: Bereits mit H7-Bohrung, DIN-Passfedernut und Madenschrauben-Gewinden ausgestattet. Sofort einsatzbereit, keine weitere Bearbeitung nötig.
Schritt 4: Werkstoff und Härtung wählen
Stahl (C45): Die Standardausführung für industrielle Antriebe, wirtschaftlich und für die meisten Anwendungen ausreichend belastbar.
Gehärtet: Die Härtung der Zähne erhöht die Lebensdauer des Kettenrads erheblich, bei starkem Abrieb bis zum Dreifachen der Standzeit. Empfehlenswert bei hoher Laufleistung, stark schwankender Last oder abrasiven Umgebungsbedingungen.
Rostfrei: Für korrosive oder aggressive Umgebungen wie Lebensmittel-, Pharma- und Chemieindustrie, ebenso für den Außeneinsatz oder bei sehr hohen bzw. niedrigen Temperaturen.
Kettenrad oder Kettenradscheibe?
Kettenradscheiben übernehmen die gleiche Funktion wie Kettenräder, haben aber im Unterschied zu diesen keine seitliche Nabe. Sie werden eingesetzt, wenn direkt auf einer vorhandenen Welle oder Konstruktion montiert wird und keine zusätzliche Nabe benötigt oder gewünscht ist, etwa bei beengten Platzverhältnissen.
Sonderanfertigung, wenn das Standardteil fehlt
Ist das passende Kettenrad kurzfristig nicht lieferbar, fertigen wir es in unserer eigenen Produktion nach Zeichnung oder Muster, mit individueller Teilung, Verzahnung, Werkstoff und Toleranz.
Anfrage Sonderanfertigung Kettenrad
Passende Rollenkette gesucht? Im Produktberater für Rollenketten zeigen wir, worauf es bei Teilung, Reihenzahl und Werkstoff ankommt.